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XETRA
 

XETRA ist die Abkürzung für "Exchange Electronic Trading". Es handelt sich um ein elektronisches Handelssystem der Deutsche Börse AG für den Kassamarkt, dessen Zentralrechner in Frankfurt am Main stehen. An diese Zentralrechner können sich Client-Rechner weltweit über das Internet oder Standleitungen verbinden.

Über 90 Prozent des gesamten Aktienhandels an deutschen Börsen werden über das XETRA Handelssystem abgewickelt (Stand 2004). XETRA ist an Handelstagen der Frankfurter Wertpapierbörse von 9:00 bis 17:30 Uhr geöffnet. An der Präsenzbörse in Frankfurt am Main wird hingegen bis 20:00 Uhr gehandelt. Die Kurse auf Xetra sind Basis zur Berechnung des wichtigsten deutschen Aktienindex DAX.

Mit Einführung von XETRA im Jahre 1997 konnten die Vorteile eines elektronischen Handelssystems - wie z.B. marktgerechte Ausführungspreise, geringe Transaktionskosten, Gleichberechtigung und Anonymität der Handelspartner - für den Deutschen Kassamarkt umgesetzt werden. Andererseits besteht auch die ständige Herausforderung, das XETRA System in puncto Stabilität, Verfügbarkeit, Skalierbarkeit und Latenz den hohen Ansprüchen internationaler Handelsteilnehmer - insbesondere bei langfristig steigender Marktaktivität - gerecht zu werden.

Durch hohe Ordervolumina - auch Liquidität genannt - wird eine Wertpapierorder, besonders in den DAX-Werten, am Handelsplatz XETRA schneller und zu marktgerechteren Preisen ausgeführt als an anderen Handelsplätzen (Präsenzbörsen). Dieses Prinzip wird zusätzlich durch Liquiditätsversorger - die sogenannten Designated Sponsors - unterstützt; diese haben zu ausgewählten auf XETRA gehandelten Wertpapieren laufend verbindliche An- und Verkaufspreise - sogenannte Quotes - in den Markt einzustellen.

Da der gesamte Handel elektronisch vollzogen wird, kann es in XETRA häufiger zu Teilausführungen der Aufträge kommen als an Präsenzbörsen. Um unerwünschte starke Preisschwankungen zu vermeiden, kann für den Handel in einem Wertpapier automatisiert eine Volatilitätsunterbrechung (Volatility Interruption) vorgenommen, bzw. kann das Wertpapier von der Handelsüberwachungsstelle (HÜSt) der Deutschen Börse manuell vom Handel ausgesetzt werden.

Die XETRA-Technologie wird auch für die Irische Börse, die Wiener Börse, den Leipziger Strommarkt EEX sowie in Zukunft auch für die Shanghai Stock Exchange eingesetzt. Die Konzeption und IT-technische Umsetzung des XETRA Systems wurde im Auftrag der Deutschen Börse von Accenture durchgeführt. Accenture unterstützt auch bei den Anpassungen für die Shanghai Stock Exchange.

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